Sonntag, 30. September 2012
Der ländliche Raum in Sachsen stirbt!
Die Situation in den kleinen Städten und Gemeinden ist in unserem Landkreis „Sächsische Schweiz – Osterzgebirge“ so prekär wie nie zu vor. So kommt es einem zumindest vor, wenn man sich als junger Mensch mit offenen Augen und Ohren umsieht. In Stolpen machte vor kurzem wieder eine Gewerbetreibende Schluss. Wenn man sich in den Nachbarstädten umsieht, wird Sie nicht die einzige bleiben. Seit Jahren leben die meisten Gewerbetreibenden an dem Existenzminimum. Sie überleben nur noch, weil sie entweder keine Miete zahlen müssen oder weil der Ehepartner eine Tätigkeit, weit weg von der Selbstständigkeit, aufgenommen hat.
Diese Situation wird sich peu á peu verschärfen. Bis auch die letzten Geschäfte völlig aus dem Stadtbild verschwunden sind. Die Städte und Kommunen sind allerdings hilflos. Wie können sie diesem Unheil entgegenwirken? Eine finanzielle Rückendeckung ist genauso irrsinnig wie das ständige Suchen nach Städtern die sich in der Provinz ansiedeln sollen. Wer zieht schon freiwillig zum Beispiel von Dresden nach Sebnitz, Neustadt in Sachsen oder Stolpen? Der Aufwärtstrend des Wegzugs lässt sich schon aufgrund der Perspektivlosigkeit der jungen Menschen auf dem Land nicht stoppen. Die ständigen bunten Malereien die die Bürgermeister, Landräte, Landtags- und Bundestagsabgeordneten auf dem Ländle in Sachsen anbringen, sind nichts anderes als die feinsten Illusionen. Der Abwärtstrend ist auch mit ein paar Gewerbe- oder Industriegebieten nicht zu stabilisieren oder gar aufzuhalten.
Ein junger Mensch dem nach dem Besuch der Mittel-/Realschule oder dem Gymnasium alle Wege offenstehen, wird sich nur aufgrund Ausnahmesituationen aufhalten lassen und hier in der Provinz leben und arbeiten. Der Rest und somit seine Freunde ziehen fort. Sie nehmen ihr Glück in die Hand und können zum 5-jährigen Klassentreffen nur über ihren Provinzianer schmunzeln, der für seine neun oder zehn Euro die Stunde hart, körperlich arbeiten muss, um am Ende eine „Mindestrente“ zu erhalten.
Sicherlich hat unser Landrat, Michael Geisler, Recht, wenn er sagt, dass Bankinstitute in den nächsten Jahren gute Angebote für Existenzgründer machen werden. Nur sollte man sich die Fragen stellen, wo zum einem die qualifizierten Arbeitskräfte herkommen sollen und zum anderen wer sich in jungen Jahren einen Kredit von über 200.000€ oder 300.000€ auferlegt – sofern die Summe ausreicht? Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind bereits auf der Suche nach einem Erbe. Aber in der Regel scheitert es an den Punkten: Kapital, qualifizierte Arbeitskräfte, Chancen und Möglichkeiten.
So ist es ein faktischer Schluss, dass die kleinen Städte und Gemeinden zuerst vergreisen und anschließend auflösen werden.

Es ist sowohl traurig als erschreckend zugleich, wenn man als junger Mensch mit ansehen muss, wie sich seine Heimat Stück für Stück auflöst…

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Mittwoch, 29. August 2012
Facebook erobert die Schule!
Facebook, so heißt es, ist das bekannteste und nennenswerteste unter den sozialen Netzwerken der Welt. Die Möglichkeiten sind enorm. So kann man nicht nur mit Freunden die sich dank der Globalisierung in alle Herrenländern verstreuen in Kontakt bleiben, sondern ebenfalls neue Freunde aus aller Welt kennenlernen. Nachrichten schreiben, chatten, bloggen und sich beim Leben zusehen, scheint das Motto dabei zu sein. Facebook bietet zahlreiche Möglichkeiten sich zu vernetzen. In Kontakt zu bleiben und sich beim Leben zuzuschauen. Die reale Welt wird dabei zu einem immer kleiner werdenden Teil der menschlichen Existenz. Das Leben spielt sich schließlich im Netz ab. Die ein- bis zweihundert oder noch mehr Freunde müssen doch gepflegt, unterhalten und beglotzt werden. Neue Gefällt-Mir-Buttons müssen betätigt und gewisse Bilder geteilt und markiert werden. Die Nutzung obliegt dabei meist den Jugendlichen aus aller Welt, die sich entweder mit Spiele, Chats oder Mobbing die Zeit vertreiben. Dieses Verhalten treibt nicht nur wahnsinnige Summen in Zuckerbergs Portemonnaie, sondern erschafft einen gewaltigen Datenpool der nicht nur von Werbeagenturen genutzt und missbraucht wird.

Es mag derzeit nur eine vage Vermutung sein, dass sowohl LKA, BKA sowie der Verfassungsschutz gewisse Daten über social Media-Nutzer sammeln und auswerten. Keine Bange. Arbeitgeber und andere Institutionen bei denen täglich Bewerbungen eingehen, nutzen die Möglichkeiten des schnellen Durchleuchtens bereits seit Jahren. Wer stellt schon ein 16 jähriges Mädchen ein, die sich nackt oder im Vollrausch auf diversen Profilen verlinken lässt und damit hunderte von Gefällt-Mir-Klicks ergattert? Vor geraumer Zeit wurden diese Gefahren nur mit dem Blickpunkt in Richtung Gewalt und zukünftiger beruflicher Perspektive aufgezeigt.

Dabei spielt Facebook in der Schule eigentlich die größere Rolle. Unangekündigte Tests werden genauso kommuniziert wie die Suche nach neuen Mobbingopfern. Dabei ist eines Fakt: Wer keinen Facebook-Account besitzt, ist nicht nur uncool, sondern völlig ausgeschlossen von der Gemeinschaft. Die neuesten News werden unter den Klassenkameraden nicht mehr per SMS oder Anruf ausgetauscht. Tiefgründige Gespräche und Diskussionen werden in den Pausen nicht mehr geführt. Natürlich könnte man sich auch unterhalten, aber eine kurze Nachricht oder nur ein Smiley ist viel einfacher und schneller in der modernen Gesellschaft. Traurig. Denn damit werden nicht nur gewisse Suchtpotenziale verkannt, sondern jegliche Formen von sprachlicher Kommunikation verlernt. Welcher Teenager kann sich heute noch, klar und deutlich Ausdrücken? Mit einem gewissen Pünktchen von Intonation, wie meine Deutschlehrerin zu sagen pflegt?

Wer jedoch glaubt, dass Facebook nur eine Sache von Schülerinnen und Schülern ist, hat erst vor kurzem den Schritt in das World Wide Web gewagt. Lehrer schnüffeln schon längst in der Privatsphäre ihrer Schützlinge herum. Ob es den jungen Usern sozialer Netzwerke auch bewusst ist? Ich glaube nicht. Wie wäre es sonst möglich, dass ich eine gelbe Karte von der Schulleitung erhielt, nur weil ich von einer desolaten Schulleitung in Facebook sprach? Der Grund für meine Wortwahl lag an der zu bemängelnden Teilnahme unserer Schule an einer Demonstration für eine bessere Schulpolitik der Stadt Dresden. Dabei sollte man sich vor Augen führen, dass unsere Schule selbst mit einem Umzug in eine unmögliche Lokalität betroffen war. Kurz darauf musste eine Schülerin die Facebook-Kohlen aus dem Feuer holen. Denn sie war krankgeschrieben und besuchte nach ihrer Genesung, wobei sie immer noch krankgeschrieben war, eine Diskothek. Dummerweise fragte sie, via Facebook ihre Facebook-Freunde, ob jemand sie begleiten möchte. Nun kann man von: „Dummheit schützt vor Strafe nicht“, sprechen. Aber ist es nicht das reinste Grauen, wie gewisse Medien ausgenutzt werden? Spitzeleien wie zu STASI-Zeiten sind nicht mehr notwendig. Es reicht ein Facebook- oder Myspace-Profil und zum Schluss ein wenig Google-Recherche und schon ist der gläserne Mensch entstanden. Und da frage ich mich, warum Massen von Nutzern der sogenannten social Media sich gegen gewisse RFID-Chips oder dem Fingerabdruck in Krankenkarten oder dem Personalausweis aufregen? Die Gefahren vor eventueller Spionage sind für den aktiven Facebook-User so gering, als wenn in China ein Sack Reis umfallen würde. Denn seine Krankheiten und Weh-Wehchen tut er allemal in den sozialen Medien kund.

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